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Beschreibungsversuch eines Wunders,
das mit der Geburt beginnt und erst im 7.- 8. Lebensjahr weitgehend
abgeschlossen ist. Da das Auge in seinen Nerven- und Netzhautanteilen
funktionell und auch entwicklungsgeschichtlich selbst ein Teil des
Zentralen Nervensystems ist, kann die Entwicklung des Sehvermögens
nur im Zusammenhang mit der Gesamtentwicklung des Gehirns verstanden
werden. Anders herum gewinnen wir aus den Beobachtungen um die Sehfortschritte
unseres Kindes auch Eindrücke vom Zeitablauf der Reifung des Zentralen
Nervensystems im Allgemeinen, wir bekommen eine Ahnung davon, welch
wichtigen Einfluß die Umwelt unseres Kindes in dieser Phase auf
die Gesamtentwicklung des kindlichen Gehirns hat.
Neugeboren: Pendelnde Augenbewegungen
bei sich bewegenden, großen Objekten auf nahe Entfernung, unterentwickelte,
kaum erkennbare Fixationsversuche
ohne sinnvolle beidäugige Koordination. Bilder stehen noch buchstäblich
auf dem Kopf und werden erst später unter dem Einfluß anderer Sinneseindrücke
(Schwerkraft) allmählich raumgerecht verarbeitet.(Strahlengang der
Laterna magica.....) Über ca. 2 Tage leichter, völlig ungefährlicher
Reizzustand der Bindehaut mit mäßiger Schwellung des zarten Gewebes
der Lider als Reaktion auf die im Rahmen der Crede'schen Prophylaxe
zugeführten Silbernitrat-Augentropfen.
Möglichst
bald erste Vorstellung beim Augenarzt zum Ausschluß von krankhaften
Schielproblemen, angeborenem Grauen oder Grünen Star, Tumoren (Retinoblastom),
Bildungsanomalien.
| 1 Woche: |
Augen sind meist noch geschlossen,
die Pupillen stehen eher eng bei nur schwer feststellbarer
Reaktion auf Licht. Der Säugling liebt gedämpfte Beleuchtung,
reagiert abweisend auf direkten Sonnen- und Lichteinfall.
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| 2 Wochen: |
Augen bleiben zunehmend
geöffnet, beginnende Versuche von horizontaler Blickwendung
und "Wandern" mit den Augen mit noch sehr mangelhafter Koordination
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| 3 Wochen: |
Das Kind nimmt erkennbar
und zunehmend Kontakt mit der Umwelt auf (Vater....). Es schaut
uns an, wobei erkennbar ist, daß es uns jedoch noch nicht
richtig sehen kann. Beim Weinen erstes Tränchen an den Wimpern.
Wachphasen, bei denen es nur mit offenen Augen im Bettchen
liegt und rumguckt (übt!), mit unkoordinierten Handbewegungen.
Die Hände sind meist geöffnet.
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| 4 Wochen: |
Blickt nach Fenstern, Gesichtern,
großen, sich bewegenden Objekten, durchaus auch auf größere
Entfernung. Fixation
ist nur bedingt sicher beidäugig, auch wechselnd zwischen
beiden Augen i.S. eines alternierenden Innenschielens ("Silberblick").
Es greift beim Trinken gezielt nach der mütterlichen Brust.
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| 6 Wochen |
Fraglich beidäugiges Betrachten
naher Objekte, noch höchst unterwertiges Zusammenfügen der
Einzelbilder beider Augen zu einem räumlichen Seheindruck
(beginnende Fusion).
Folgt beginnend mit Kopf und Augen, kaum echtes Fixieren.
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| 7 Wochen: |
Das Kind wendet in Bauchlage
frei den Kopf, Lächelt unmotiviert ("übt" Motorik) schaut
einen manchmal direkt und deutlich an.
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| 12 Wochen: |
Folgt mit Kopf und Augen
bis zu 180 Grad, liebt Licht und helle Farben. Eindeutig beginnendes
Fixieren,
interessiert an Lippenlesen, Mobiles.
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| 16 Wochen: |
Betrachtet eigene Hand oder Spielzeugklapper.
Sehfähigkeit ca. 5 bis 10% (?). |
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| 20 Wochen: |
Verfolgt mit den Augen verlorenes
Spielzeug, greift danach, wendet den Blick nach Geräuschen.
Zeigt weiter zunehmend Interesse an visuellen Reizen, die
mehr als 2 m entfernt sind. Beidäugige Fixation
ist eindeutig vorhanden Das Kind versucht, Gegenstände innerhalb
und außerhalb der Reichweite zu greifen.
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| 24 Wochen: |
Hand- Augen-Koordination
wird sicherer, greift nach heruntergefallenem Würfel. Kann
willkürlich die Fixation eines
feststehenden Objektes aufrechterhalten - auch bei Anwesenheit
konkurrierender, sich bewegender Reize.
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| 26 Wochen: |
Zeigt als Zeichen fortgeschrittener
Fusion
und Hirnreife Mißempfindung gegenüber Doppelbildern (erzeugt
durch Vertikalprisma von mehreren Dioptrien).
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| 28 Wochen: |
Grobe Unterscheidung geometrischer
Figuren. |
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| 36 Wochen: |
Tiefenempfindung beginnt eben.
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| 10 Monate: |
Sehfähigkeit etwa 20%. Zeigt
beim Greifen jetzt Vorliebe für eine Hand. Interessiert sich
zunehmend für winzige Gegenstände, Brotkrümel, Pinzettengriff.
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| 11 Monate: |
Die Folgebewegungen der
Augen in horizontaler und vertikaler Richtung werden geschmeidiger,
schaut durchs Fenster.
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| 1 Jahr: |
Sehfähigkeit
gute 30%. Fusion ist weiter verbessert,
aber noch immer unterwertig. Bessere Unterscheidung einfacher
geometrischer Figuren. Greift leicht einen Strick mit gut
korrelierter beidäugiger Steuerung.
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| 12-15 Monate: |
Malt mit einem Stift Striche aufs
Papier, erkennt optisch Leute. |
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| 15-18 Monate: |
Sieht interessiert Bilder an, identifiziert
Formen (Bilderbücher, Steckspiele etc.). |
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| 18 Monate: |
Konvergenz
ist gut entwickelt, Lokalisation ferner Objekte ist grob. |
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| 21 Monate: |
Beurteilung räumlicher Intervalle
ist besser, aber noch mäßig. |
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| 2 Jahre: |
Sehfähigkeit
mindestens 50%. |
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